dsc2138Ein ärztlicher Behandlungsfehler wird von den Ärzten als Kunstfehler, von den betroffenen Patienten als Ärztepfusch bezeichnet. Tatsächlich hat der Bundesgerichtshof festgestellt, dass die Tätigkeit des Arztes keine Kunst, sondern ein Handwerk ist. Wenn die Ärzte also von einem Kunstfehler sprechen, meinen sie offensichtlich, sie seien Künstler. Doch Sie brauchen keinen Künstler, der seine Kreativität an Ihnen auslebt. Sie brauchen jemanden, der sein Handwerk versteht. Doch das ist leider viel zu oft nicht der Fall. Es werden nach Schätzung des Aktionsbündnis Patientensicherheit jährlich etwa 600.000 Patienten Opfer eines ärztlichen Behandlungsfehlers.

Wir alle waren, sind und werden Patienten sein - trotz gesunder Lebensführung. Die Gefahr, Opfer von Ärztepfusch zu werden ist also statistisch sehr hoch.

Wie schütze ich mich davor, Opfer zu werden?

Das Bundesministerium für Gesundheit spricht vom „mündigen Patienten“, der auf „Augenhöhe mit dem Behandelnden“ stehe. Dieses Selbstbewusstsein muss sich auch bei Ihnen entwickeln. Sie können es zwar nie gänzlich vermeiden, Opfer einer fehlerhaften Behandlung zu werden - Sie können die Gefahr jedoch deutlich reduzieren:

Der Patient trifft die Entscheidungen - nicht der Arzt!

Geben Sie die Entscheidungskompetenz nicht aus der Hand - entscheiden Sie mit. Es geht schließlich um Sie. Oft gibt es Situationen, in denen Entscheidungen schnell getroffen werden müssen (etwa in Notfallsituationen). Hier ist schnelles Handeln gefordert. Dies ist aber nicht der Regelfall. Viele Operationen können warten (als Beispiel Augenoperationen, Implantation von Hüftgelenks-, Kniegelenks- oder Schultergelenksprothesen, Darmspiegelungen, Schönheitsoperationen etc.). Auch Ärzte und Krankenhäuser stehen unter finanziellem Druck und verdienen mit Operationen Geld. Hinterfragen Sie den Eingriff, fragen Sie gezielt nach dem Grund, die Alternative und die eventuellen Risiken. Fragen Sie so lange, bis Sie alles auch verstanden haben, trauen Sie sich, auch nachzufragen. Hat der Arzt nicht die Geduld oder verlangt von Ihnen eine Unterschrift, ohne mit Ihnen gesprochen zu haben, sollten Sie sich einen anderen Arzt suchen. Blindes Vertrauen ist der falsche Weg, zumal sich auch die Medizin ständig weiterentwickelt und Ärzte und Krankenhäuser in den einzelnen Fachrichtungen unterschiedlich qualifiziert sind. Auch das Internet bietet mittlerweile viele Möglichkeiten, damit sich Patienten vorab informieren können. Foren bieten die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen.

Müssen Sie stationär behandelt werden, so bietet sich an, ein Tagebuch zu führen. Fragen Sie die Ärzte, die an Ihrem Stationsbett stehen, nach ihrem Namen und schreiben Sie sich auf, was Ihnen gesagt wurde. Im Krankenhausalltag betreut Sie nicht mehr nur noch ein Arzt. Bei widersprüchlichen Aussagen können Sie oder Ihre Angehörigen dies - dank Tagebuch - vorhalten. Bemerken Sie Unregelmäßigkeiten (Sie bekommen täglich eine weiße Tablette, nunmehr eine grüne), fragen Sie nach dem Grund. Möglicherweise klärt sich so auf, dass Sie mit einem anderen Patienten verwechselt wurden.

Bei aller Vorsicht ist aber auch eins klar:

Wo gearbeitet wird, passieren auch Fehler.

Das bedeutet nicht, dass dem Arzt menschlich immer ein Vorwurf zu machen ist. Dennoch muss auch klar sein, dass jeder für seine Fehler einstehen muss. Bei ärztlichen Behandlungsfehlern sind die Ärzte in der Regel versichert. Wenn Sie trotz aller Vorsicht Opfer von Ärztepfusch geworden sind, sollten Sie sich unbedingt an einen Patientenanwalt wenden. Trotz aller Möglichkeiten, die nicht nur das Internet als Informationsquelle bietet, hat es keine Antwort darauf, welche Ansprüche Ihnen zustehen. Auch wenn eine Haftpflichtversicherung des Arztes sich mit Ihnen in Verbindung setzt, so versuchen diese, Sie „billig“ abzuspeisen.

Wenn Sie diese Informationen für den eigenen Gebrauch oder die Weiterleitung an Freunde, Verwandte oder Bekannte benötigen, können Sie eine Zusammenfassung im Format einer PDF-Datei gerne hier herunterladen:

PDF Informationsblatt "Behandlungsfehler"

Ich berate Sie gerne darüber, welche Ansprüche in Ihrem Fall in Betracht kommen und verhandel auch gerne für Sie mit der Haftpflichtversicherung des Arztes.

Vereinbaren Sie gerne einen Termin für ein persönliches Gespräch an einem unserer Standorte.

 

 

 

 

 

 

 

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