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Quelle: PR (3)/ Alpha Storytelling by Kai Kapitän

Trauriger Medizin-Pfusch? Eine Mutter klagt an: „Die Ärzte haben mein Baby auf dem Gewissen!“

Vanessa verlor ihr ungeborenes Kind unter dramatischen Umständen. Sie sagt: „Ich will Gerechtigkeit für den Tod von Joel!“

Wenn sie mit ihren Kindern Angelina (1) und Damien (3) im Garten spielt und tobt, die beiden lachend auf dem Trampolin herumhopsen und die Zeit vergessen, dann sind das genau die Momente, in denen Vanessa (30) aus Wesel (NRW) die Vergangenheit hinter sich lassen kann. Vor neun Jahren erlebte die junge Frau eine dramatische Schwangerschaft und macht den Ärzten große Vorwürfe: „Hätten diese anders gehandelt, würde mein drittes Kind heute noch leben.“

Trotz einer Drei-Monatsspritze war die damals 21-Jährige schwanger geworden. Eine Abtreibung kam für die gelernte Bürokauffrau nicht infrage. „Ich entschied mich für mein Kind. Wir freuten uns riesig auf unseren kleinen Joel!“

Das Drama begann im Juni 2010: Vanessa hatte starke Unterleibsschmerzen. Diagnose: Blinddarmentzündung, Operation. Vanessa schüttelt den Kopf: „Alles Schreckliche danach hätte verhindert werden können, wenn die Ärzte mich richtig untersucht hätten.“

Die werdende Mutter drängte die Mediziner, wollte Gewissheit haben, wie es ihrem ungeborenen Kind ging. „Der Gynäkologe meinte bloß nur kurz es sei alles okay. Das Baby würde sich bewegen“, erinnert sie sich. „Eine Untersuchung, ein Abstrich, mit dem eine Entzündung hätte festgestellt werden können, wurde nicht vorgenommen.“ Drei Tage später wachte Vanessa mit unerträglichen Schmerzen auf, musste erneut operiert werden. Fünf Tage später brach plötzlich die OP-Naht von innen auf. Vanessa wurde ein drittes Mal operiert.

„Ich lag inzwischen auf der Intensivstation, hatte einen Beatmungsschlauch, einen Katheter- Zugang, eine Magensonde und einen seitlichen Ausgang. Doch das war alles nichts im Vergleich zu der Angst, die ich um mein Baby hatte!“ Die damals 21-Jährige hatte das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden: „Es gab sporadische Untersuchungen. Mit meinem Baby sei alles in Ordnung, hieß es immer nur lapidar.“ Doch Vanessa wollte sich darauf nicht verlassen und fuhr auf eigene Faust in die Kinderklinik in Wesel. Schock: Am Morgen des 2. Juli, rund einen Monat nach der ursprünglichen Blinddarm-OP, die Schock-Nachricht: Das Baby hatte keinen Herzschlag mehr! Vanessas Welt brach zusammen. Ihre Gebärmutter war stark entzündet, der Mutterkuchen hatte sich gelöst, wodurch Joel nicht mehr richtig versorgt wurde und schließlich verstarb. Vanessa: „Es handelte sich um eine Schwangerschaftsvergiftung, die im ersten Krankenhaus hätte entdeckt werden müssen. Ich hätte Antibiotika bekommen und mein mein Sohn wäre heute neun Jahre alt!“

Am Grab ihres Kindes holen Vanessa die Ereignisse wieder ein. „Joel ist ein Sternenkind. Er wird immer ein Teil unserer Familie bleiben. Nun hoffe ich vor Gericht auf Gerechtigkeit für die Fehler der Ärzte. Auch, wenn mein Sohn dadurch nicht mehr lebendig wird.“

Komplizierter Fall
Der Rechtstreit über die Ereignisse dauert an. Patientenanwältin Sabrina Diehl aus Herne (NRW) vertritt Vanessa und sagt: "Das ist rechtlich ein komplizierter Fall. Mehrere Gutachten werden dafür nötig sein."

 

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