Krebskranker (68) bekommt Schmerzens-Geld nach seinem Tod

Bocholt - Dieser Mann hätte nicht sterben müssen. Noch nicht jetzt!

Bei Heinz Feldhaar (68) hatten Ärzte der Uni-Klinik Münster (Westfalen) einen Tumor in der Brust entdeckt. Entfernt haben sie ihn aber nicht.

Das Krebsgeschwür wurde einfach vergessen.

Der unglaubliche Fall:
Mit einer Hirnblutung kommt der gelernte Krankenpfleger 2008 ins Krankenhaus. Bei einer Computer-Tomografie des Brustkorbes ist ein hühnereigroßer Tumor an der Thymusdrüse zu sehen. Aber die Ärzte operieren nur am Kopf.

Ein Gutachten für das Landgericht Münster kommt später zu dem Schluss: „Es handelt sich eindeutig um einen Behandlungsfehler durch Unterlassen, der nicht vorkommen darf.“

Zwei Jahre später muss Feldhaar erneut ins Krankenhaus: schwere Atemnot! Der Tumor wiegt schon 1 Kilo, drückt auf die Lunge. Jetzt endlich wird er entfernt. Viel zu spät: Der Krebs hat schon überall Metastasen gebildet. Feldhaar verklagt die Klinik auf Schmerzensgeld, das Landgericht Münster bietet im September einen Vergleich über 30.000 Euro an.

Patienten-Anwältin Sabrina Diehl (32): „Die Klinik hat mit uns um die Höhe des Vergleiches gefeilscht wie auf einem Basar, damit auf Zeit gespielt. Eine Unverschämtheit!“

Die Uniklinik erklärt: „Mit dem Vergleichsvorschlag war keine rechtliche Bewertung verbunden.“ Trotzdem willigt sie in den Vergleich ein.

Vier Tage vor seinem Tod schreibt Feldhaar an Bild: „Ich habe den Vergleich angenommen. Das Ende des Prozesses würde ich nicht erleben.“

Er erlebt nicht mal die Zahlung. Am 14. September stirbt er in den Armen seiner Frau Clärchen (67). Zehn Tage später kommt das Geld an.  

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