Mutter verklagt Klinik

„Ich hatte einen Kaiserschnitt ohne Betäubung“

Dülmen -  Sie hatte Todesangst, bevor sie ihr Baby im Arm halten konnte. Lara T. (21) erlitt höllische Schmerzen bei einem Kaiserschnitt – weil die Betäubung nicht richtig wirkte.

Jetzt hat die junge Mutter das St. Vincenz Krankenhaus in Coesfeld auf 25.000 Euro Schmerzensgeld verklagt.

In der Klage (liegt BILD vor) heißt es: „Sie musste bei vollem Schmerzempfinden miterleben, dass sie aufgeschnitten wurde, dass die Muskeln auseinandergerissen wurden und das Kind mit den Händen herausgenommen wurde.“

Am 28. April geht Lara T. mit dem Vater ihres Kindes, einem britischen Soldaten, in die Klinik. Sie bekommt eine Rückenmarksspritze (PDA) zur Betäubung, eine natürliche Geburt ist geplant. Doch dann gibt es Komplikationen. Kaiserschnitt! Lara T. werden zusätzliche Schmerzmittel gespritzt. Doch die wirken offenbar nicht. Lara T.: „Ich habe geschrien: Ihr bringt mich um. Lasst mich los.“ Sie wehrt sich und wird nach eigenen Angaben festgebunden.

Wieso kann eine Betäubung misslingen?

Clauspeter Pfad, Oberarzt der Anästhesie (Asklepios Klinik Hamburg), erklärt: „Es kann in ganz seltenen Fällen vorkommen, dass die Betäubung nicht ausreicht. Plan B ist dann Vollnarkose.“

Wie Bild erfuhr, hat die Klinik darauf verzichtet, weil Blutungen eine zügige Entbindung erforderlich machten. Schadensersatz will sie nicht zahlen.

Auf BILD-Anfrage gab das Krankenhaus keine Stellungnahme ab. Lara T. sagt nun, dass die Geburt die Bindung zu ihrer Tochter Laycie May (4 Monate) belaste: „Ich brauche eine Therapie.“

Laras Anwältin Sabrina Diehl (33) aus Marl: „Das Verhalten der Ärzte ist unerklärlich“ Eine solch traumatische Erfahrung verfolgt eine Mutter ihr Leben lang. Wir gehen vor Gericht!“

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