Nach einer Hüft-OP ist mein rechtes Bein 12 cm zu kurz

Peter Schröder (58) verzweifelt: Nerven durchtrennt, Fuß gefühllos - jetzt kämpft er um Schmerzensgeld

Was ein für ein Albtraum! Von Schmerzen gequält begibt man sich vertrauensvoll in die Hände eines Arztes, lässt sich operieren. Dann wacht man auf - und die Schmerzen sind schlimmer denn je, so stark, dass man kaum noch laufen kann... Peter Schröder hat diesen Albtraum erlebt, erlebt ihn immer noch, Und es gibt kein Erwachen: Der Rollstuhl, die Hilflosigkeit - sie sind jetzt sein Leben. Der 58- jährige Gelsenkirchener war immer ein Macher. Einer, der sich zum Controller hochgearbeitet hatte, der Fußball spielte, am Wohnmobil herumschraubte. Obwohl sein rechtes Bein seit der Geburt acht Zentimeter kürzer war, weil der Oberschenkelknochen nicht im Hüftgelenk saß, sondern im Muskel darüber. Aber ein Spezialschuh schaffte den Ausgleich. Nur verschliss der Muskel mit den Jahren, beim Treppensteigen schmerzte jeder Schritt. Da empfahl sein Arzt ihm eine orthopädische Spezialklinik in Kassel. Dort untersuchte man Schröder.
"Wenig später rief der Professor an", erinnert er sich. "Kein Problem, hieß es, wie machen Ihre Beine wieder gleich lang." Peter Schröder freute sich. Bald würde er nicht einmal mehr Spezialschuhe brauchen. Am 4. August 2010 setzte ihm der Professor einen Beckenknochen als Hüftpfannenersatz ein. Doch als Schröder nach dem Eingriff aufstehen will, merkt er: Obwohl die Beine nun gleich lang sind, kann er kaum laufen. Dann bekommt er Durchfall und starke Schmerzen. "Die Stelle hatte sich durch Keime entzündet", sagt er. Immer wieder muss er operiert werden. "Bei der zehnten OP musste der ganze Gelenkersatz wieder raus", so Schröder. Einige Nerven sind seitdem durchtrennt, sein rechter Fuß ist gefühllos. Und weil die Ärzte wegen der Bakterien Knochenteile entfernen mussten, war sein rechtes Bein schließlich sogar zwölf cm kürzer als das linke. Im Rollstuhl fuhr er aus der Klinik.

Zu Hause kann er nichts mehr alleine

Monatelang schließ der Familienvater (zwei erwachsene Kinder) im Esszimmer, weil er nicht ins Schlafzimmer im ersten Stock seines Hauses gelangen konnte. Inzwischen habem die Schröders für 8.000 Euro einen Treppenlift einbauen lassen. Seinen Job als Controller musste Schröder aufgeben. Zusammen mit Patientenanwältin Sabrina Diehl aus Marl kämpft er nun um Schmerzensgeld.
"Mein Leben hat sich um 180 Grad zum Schlechteren gedreht", sagt er verbittert. "Und alles bleibt an meiner Frau hängen." Da ist der große Garten, dessen Rasen er früher selbst mähte. Die Reperaturen im Eigenheim, die liegen bleiben. "Nichtmal eine Kiste Wasser kann ich reinschleppen." Doch eine Sache schmerzt Peter Schröder besonders: "Wenn meine Enkel fragen: , Opa, spielst du Fußball mit uns? - dann kann ich höchstens sagen: Setz dich auf meinen Schoß, dann kannst du eine Runde Rollstuhl mit mir fahren."

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