Auf eine Entschuldigung für ihre Qualen wartet Ulrike H. aus Rheinberg (NRW) immer noch. Sie wirft ihrem Zahnarzt vor, ihr während einer Operation den Kiefer gebrochen zu haben.


„Das muss während der Vollnarkose passiert sein“, glaubt die 54-Jährige. „ Damit ließ der Arzt mich dann acht Wochen herumlaufen. Immer wieder habe ich gesagt: ‚Alles ist taub, der Kieferknochen ist hei‘. Doch er wollte nicht röntgen. Ich bin wütend, denn er leugnet meine Aussagen, behauptet, ich habe ihn nicht auf die Taubheit hingewiesen!“


Ulrikes gebrochener Kiefer wird von einer Titanplatte sowie acht Schrauben zusammengehalten. Nach Bedarf muss sie Schmerztabletten nehmen, damit sie überhaupt schlafen kann.


Ulrike erinnert sich: „Im Herbst 2014 überwies mich Zahnarzt zum Kieferchirurgen. Dieser zog mir 13 Zähne, damit ich meine Prothese bekam. Er wollte auch den Weisheitszahn entfernen. Das sei reine Routine, sagte er“.
Doch nach der OP blieben die Schmerzen. „ Der Chirurg sagte, das sei normal. Erst mein Zahnarzt zeigte mir die Wahrheit mit dem Röntgenbild - und war geschockt über seinen Kollegen“!


Patientenanwältin Sabrina Diehl aus Oberhausen erklärt: „Der beschuldigte Arzt hätte bei meiner Mandantin tätig werden müssen. Er bestreitet jede Verantwortung für den Pfusch. In dem Bruch hatte sich eine Entzündung gebildet, der Knochen löste sich schon auf. Wir fordern 20.000 Euro Schmerzensgeld - und eine Entschuldigung“.

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