34 Jahre lang war Klaus (66) Feuerwehrmann - ohne eine einzige Brandverletzung.
Dann musste er in eine Klinik...

Empört schaut Klaus Malzahn aus Herne (NRW) auf seine Fingerkuppen. Als Berufsfeuerwehrmann löschte er 34 Jahre lang Brände. "In all den Jahren ohne eine einzige Brandwunde! Und ausgerechnet in einer Reha-Maßnahme wurden meine Finger so schwer verbrannt, dass mir sogar eine Amputation drohte..."

Fotos vom März 2013 zeigen schwarze Brandblasen an den Fingerkuppen. "Verbrennungen dritten Grades. Bis heute sind sie noch nicht ganz verheilt", erklärt der 66-Jährige. Ehefrau Edith (63) schüttelt den Kopf: "Wie kann so etwas in einer Reha-Klinik passieren? Mein Mann hätte unter den Augen der Therapeuten beinahe seine Finger verloren! Heute muss ich ihm beim Anziehen, im Bad und bei vielem anderen helfen."

Nur wenig Gefühl in den Händen

Dabei hatte es sich Klaus Malzahn von der Reha in der Tagesklinik eines Herner Krankenhauses Besserung versprochen. Der Diabetiker leidet unter Polyneuropathie in den Fingern, einer Störung der Nerven. "Ich kann Gegenstände, die ich in die Hand nehme, kaum fühlen. Die Reha sollte mir zu mehr Gefühl verhelfen.

Klaus Malzahn erinnert sich an den verhängnisvollen Tag: "Ich sollte meine Finger in ein Kiesbett stecken, dass vorher erhitzt wurde. Unter den Steinen waren Murmeln versteckt, die ich herausholen sollte. Ziel war, dass meine Hände sensibler werden. Nach gut zehn Minuten hatte ich 15 Murmeln gefunden. Als ich meine Finger wieder aus dem Kiesbett zog, waren die Kuppen schwarz. Total verbrannt! Ich hatte davon wegen meiner Erkrankung nichts gespürt."

Die Schwester holte hektisch Kühl-Akkus für die Wunden und schichte ihn über den Hof in die Unfallambulanz der Klinik. "Die Brandblasen waren inzwischen acht Millimeter dick." Trotzdem beendeten die Therapeuten die Reha nicht, Klaus Malzahn sollte sie am nächsten Tag fortführen.

Patientenanwältin Sabrina Diehl (29) streitet nun für Klaus Malzahn mit dem Krankenhaus und dessen Versicherung um 25.000,- Euro Schmerzensgeld und die Kostenübernahme für Therapien wegen möglicher Spätfolgen. Sie ist fassungslos: "Das Krankenhaus drängte auf Fortsetzung der Reha. Mein Mandant musste mit den stark verbundenen Händen Trampolin springen und sich an einer Sprossenwand hochziehen. Der Fall wurde an die zuständige Versicherung weitergeleitet. Wir wissen nicht, ob das Kiesbett defekt war oder es einfach nur irrtümlich zu heiß eingestellt wurde. Es wurde jedenfalls nach dem Vorfall aus dem Verkehr gezogen."

Selbst zwei Brände in dieser Klinik gelöscht

Das Krankenhaus teile offiziell mit, man sei um eine "zügige und gründliche Aufarbeitung des Vorfalls" bemüht. Für den ehemaligen Brandschützer ein schwacher Trost: "Zu meinen aktiven Zeiten habe ich mit meinen Kollegen zwei Brände in dieser Klinik gelöscht. Meine eigenen Finger konnte ich dort aber nicht schützen..."

 

 

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