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BILD vom 25.02.2021 Mein Krebs war nur eine Entzündung Herne Oberhausen Pathologen Behandlungsfehler groß

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Quelle: Bild - C. Witte

Oberhausen – Er kämpfte gegen eine tödliche Krankheit, die er wohl nicht hatte.

Vor zwei Jahren bekam Krankenpfleger Martin Bolitz (61) die schreckliche Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs. Er unterzog sich einer sechs Stunden langen OP, bei der ihm der Dünndarm, Teile der Galle und der Pankreaskopf entfernt wurde: Doch später kam heraus: Der Eingriff war völlig überflüssig.

Was ist passiert? Als Bolitz kurz vor Weihnachten 2018 mit Bauchbeschwerden ins Krankenhaus ging, wurden ihm Gewebeproben aus der Bauchspeicheldrüse entnommen und in ein pathologisches Institut nach Mülheim geschickt.

Bolitz: „Telefonisch und schriftlich wurden der Klinik und mir zweifelsfrei mitgeteilt, dass aggressive Tumorzellen gefunden worden sind. Fünf Tage später lag ich auf dem Tisch.“

Nach der OP seien erneut Proben gezogen worden. „Dieses Mal wurde nicht eine einzige Tumorzelle gefunden. Ich hatte nur eine Entzündung der Pankreas.“ Bolitz (1,80 Meter groß) magerte auf 58 kilo ab, Muskeln verkümmerten. „Ich lag praktisch ein Jahr lang nur auf der Couch.“

Der Familienvater verklagt nun den Pathologen auf Entschädigung. „Der Eingriff war überflüssig“, sagt er. Meine Anatomie ist nicht mehr normal. Ich habe überall Vernarbungen, muss mein Leben lang Enzyme schlucken, da ich keine Fette mehr verdauen kann.“

Sabrina Diehl (39), Fachanwältin für Medizinrecht, reichte jetzt Klage ein.

„Der Befund war nicht ausreichend gesichert. Es war grob fehlerhaft, es war grob fehlerhaft ihn so an den zuständigen Arzt weiterzugeben, der daraufhin die OP-Indikation stellte“. Nun geht es um mindestens 150.000 Euro Schmerzensgeld. Bolitz: „Ich habe zwar noch mein Leben, aber mir wurde wegen eines Diagnosefehlers Lebensqualität genommen.“

Der Pathologe wollte sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.


 Nordwest Zeitung vom 06.11.2020 Der lange Weg zurueck ins Leben Vechta Patienten Behandlungsfehler Loch Spaetfolgen Herne Oberhausen 2013 Medizinrecht Sabrina Diehl Patientenanwaeltin

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Quelle:Nordwest-Zeitung - 06.11.2020 - Ellen Kranz

 

Patientin aus Vechta überlebte schwere Sepsis – und leidet unter den zahlreichen Spätfolgen

 

Vechta - Inga Eckert ist dem Tod gleich mehrfach von der Schippe gesprungen, überlebte unter anderem eine schwere Sepsis. Zahlreiche Operationen liegen hinter der 47-jährigen Vechtaerin, die ihr Leben lang mit den Spätfolgen zu kämpfen haben wird. Nun will sie auf ihren Fall aufmerksam machen.

 

Die Erkrankung
Alles beginnt im Jahr 2013. Inga Eckert ist damals gerade 40 Jahre alt geworden, hat groß gefeiert. Eine Woche später beginnen die Halsschmerzen. Da ihre Hausärztin nicht in der Praxis ist, geht die gelernte Bürokauffrau zu einem fremden Arzt. Dieser diagnostiziert eine vereiterte Mandelentzündung, verschreibt ihr Antibiotika. Als die Symptome vier Tage später nicht besser werden, besucht Inga Eckert an einem Donnerstag ihre Hausärztin. Diese stellte die Diagnose Pfeiffersche Drüsenfieber, ändert die Medikamentengabe hin zu Schmerzmitteln und nimmt ihr Blut ab, um die Entzündungswerte zu überprüfen. Die Ärztin habe ihr gesagt, sie solle am Montag wiederkommen, wenn die Symptome nicht besser werden, sagt Inga Eckert. Die Ergebnisse der Blutuntersuchung seien der Praxis am Freitagnachmittag übermittelt worden, hätten einen extrem hohen Entzündungswert angezeigt – doch die Ärztin habe sich nicht mehr gemeldet, sagt sie. Ihr Zustand verschlechterte sich weiter. Am Montag erscheint Inga Eckert wieder in der Praxis. Nun weist die Ärztin sie in die Klinik in Vechta ein.

 

Im Krankenhaus
Im Marienhospital angekommen, wird der Patientin sofort Blut abgenommen, und sie wird auf einer Station aufgenommen. Schnell kommt der Verdacht einer Sepsis auf. „Mir ging es beschissen, ich war total neben der Spur“, erinnert Inga Eckert sich. Schon am Nachmittag folgt die Verlegung auf die Intensivstation. Ein Katheter wird gelegt, und da der Hals immer weiter anschwillt, wollen die Ärzte intubieren. Dabei kollabiert Inga Eckert, fällt ins Koma – und kommt erst Wochen später wieder zu sich.

 

Der Kampf ums Leben
Später erfährt Inga Eckert, dass sie einen Tag nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus in Vechta fünf Stunden notoperiert und per Hubschrauber ins Universitätsklinikum Münster, kurz UKM, verlegt wurde. „Die Ärzte haben wirklich um mein Leben gekämpft.“ Die Diagnose: Sepsis, septischer Schock, ein beginnendes multiples Organversagen mit Wasser in der Lunge sowie eine durch Bakterien ausgelöste, großflächig verlaufende Infektion der Unterhaut und Faszien, bei der das Unterfettgewebe vergammelt und schwarz wird (nekrotisierende Fasziitis). „Ich war eigentlich eher tot als lebendig – an allen vier Krankheiten hätte ich sterben können.“ Am rechten Oberschenkel und im Bauchbereich entnehmen die Ärzte Teile der Haut, um offene Stellen zu bedecken.

 

Das Erwachen
Anfang Dezember 2013 erwacht Inga Eckert aus dem Koma. Sie kann weder sprechen, noch sich bewegen. Erst Anfang März 2014 wird sie aus dem UKM entlassen. „Ich musste mich buchstäblich ins Leben zurückkämpfen, ich war nur noch ein Bündelchen, hatte nichts unter Kontrolle.“ Mittlerweile hat Inga Eckert 26 Operationen hinter sich – davon vier Hauttransplantation. Ein großes Problem ist ihr Hals, genauer die Luftröhre.

 

Das Loch im Hals
Weil sich die Keime während der Sepsis zunächst ungehindert ausbreiten, entfernten die Ärzte zwei Zentimeter der Luftröhre. Immer wieder wird in der Folge und mit unterschiedlichen Ansätzen versucht, das Loch zu schließen. Einen letzten Versuch unternehmen Ärzte in der Fachklinik Hornheide in Münster im Juni 2018. Sie versuchen, die Innen- und Außenseite des Lochs zu vernähen. Doch erneut entzündet sich die Wunde, auf das Antibiotikum reagiert Inga Eckert allergisch. „Ich habe dann mit der HNO-Ärztin meines Vertrauens gesprochen und beschlossen, dass die kleine Öffnung, die jetzt noch da ist, bleibt. Ich habe die Schnauze voll“.

 

Die Spätfolgen
Denn neben den vielen Operationen leidet Inga Eckert unter den Spätfolgen der Sepsis. Sie zählt auf: extreme Höhenangst, Wortfindungsstörungen, Konzentrationsschwächen, ein schwaches Gedächtnis, Flashbacks, Schluckprobleme, Schlafstörungen, Wetterfühligkeit, Angstzustände, Gleichgewichts-probleme, Schreckhaftigkeit und Angst vor Menschenansammlungen. Hinzu kommen ein steifer linker Daumen und eine in der Bewegung eingeschränkte rechte Schulter. Trotz allem: „Ich habe meinen Lebensmut nicht verloren“, sagt Inga Eckert, es klingt fast trotzig. „Natürlich habe auch ich Tage, an denen ich nicht mehr kann – aber was hilft es, den Kopf in den Sand zu stecken?“

 

So geht es weiter: Der Fall kommt nun vor Gericht
Vechta – Inga Eckert aus Vechta hat vor sieben Jahren eine schwere Sepsis überlebt. Ihr Leben lang wird die heute 47-jährige mit den Spätfolgen zu kämpfen haben. Sie wirft ihrer damaligen Ärztin vor, falsch reagiert zu haben. Bereits im Krankenhaus habe sie darüber nachgedacht, gegen ihre damalige Hausärztin vorzugehen, erzählt Inga Eckert. „Ich habe damals in den Spiegel gesehen und gedacht, dass das vermeidbar gewesen wäre. Aber ich wusste auch, dass der Weg steinig wird“, sagt sie. „Das kann man so nicht stehen lassen“, fasst sie einen Entschluss. Die Ärztin habe eine falsche Diagnose gestellt, sagt ihre Anwältin, Sabrina Diehl. Die hohen Entzündungswerte hätten spätestens am Freitag zu einer Einlieferung ins Krankenhaus führen müssen. „Wir werfen der Ärztin vor, dass sie auf die Anzeichen der Entzündung nicht richtig reagiert hat und die zwingend gebotene Behandlung der Ursache verschleppt wurde.“ sagt die Fachanwältin für Medizinrecht und Inga Eckert ergänzt: „Ich würde mir einfach eine Entschuldigung wünschen - da ist bisher nichts gekommen.“

 

Auf Nachfrage unserer Redaktion bei ihrer ehemaligen Ärztin äußerte sich diese zu den Vorwürfen unter Berufung auf das laufende Verfahren mit „kein Kommentar“. An diesem Freitag startet die Gerichtsverhandlung vor dem Landgericht Oldenburg.

 

 


 Ruhr Nachrichten vom 07.10.2020 Krankenschwester setzt sich auf operierte Hand Entschädigung fuer Patientin Oberlandesgericht Rochus Hospital Sabrina Diehl Herne Oberhausen(Download als PDF)

 

Quelle: Ruhr Nachrichten - 07.10.2020 - Martin von Braunschweig

Link zur Homepage der Ruhr Nachrichten:

https://www.ruhrnachrichten.de/castrop-rauxel/rochus-hospital-krankenschwester-setzt-sich-auf-operierte-hand-plus-1562591.html

 

Erfolg für Rita Flachmann am Oberlandesgericht in Hamm: Die ehemalige Patientin des St. Rochus-Hospitals erhält nach einem unglaublichen Vorfall doch noch Schmerzensgeld.

 

Rita Flachmann ist immer noch fassungslos, wenn sie an den 6. Januar 2018 denkt. Wegen langwieriger Arthrose-Beschwerden war sie zwei Tage zuvor im St. Rochus-Hospital an der rechten Hand operiert worden. Jetzt stand die Entlassung an. Doch bevor Rita Flachmann nach Hause fahren durfte, sollte erst noch etwas Unglaubliches geschehen.

 

Vorfall kurz vor Entlassung

 

Eine Krankenschwester betrat damals das Zimmer, während die Patientin auf den Arzt wartete. Plötzlich trat die junge Frau auf das Bett von Rita Flachmann zu und setzte sich einfach hin. Direkt auf die frisch operierte Hand.

„Es tat weh, es blutete und schwoll an“, erinnerte sich die ehemalige Patientin am Mittwoch (7.10.) vor dem Oberlandesgericht in Hamm. Bis dorthin musste Rita Flachmann an der Seite ihrer Anwältin Sabrina Diehl ziehen, um finanziell entschädigt zu werden.

 

Landgericht winkte noch ab

 

In einem ersten Prozess hatte das Landgericht Dortmund der Geschädigten noch keinen einzigen Cent zugesprochen. Es sei nicht ersichtlich, dass das Krankenhaus etwas falsch gemacht habe, hieß es dort. Der Krankenschwester sei damals schwarz vor Augen geworden. Deshalb habe sie ihr Tun nicht mehr steuern können.


Das sahen die Richter am Oberlandesgericht nun aber ganz anders. „Die Krankenschwester hat sich immerhin noch bewusst hingesetzt“, sagte der Senatsvorsitzende. „Sie ist ja nicht ohnmächtig geworden, dann wäre sie nämlich hingefallen.“ Nach Ansicht der Richter habe die Pflegekraft also fahrlässig gehandelt. Und das müsse sich auch das Krankenhaus als Arbeitgeber zurechnen lassen.

 

OLG schlägt Vergleich vor

 

Um den Prozess nicht noch weiter in die Länge zu ziehen, schlug der Senat beiden Seiten vor, sich gütlich zu einigen. „Mit 2000 Euro sollte die Sache dann aber auch für alle Mal erledigt sein“, sagte der Vorsitzende. Mehr dürfte Rita Flachmann nun wirklich nicht erwarten.

 

Die Klägerin stand nun vor der Wahl, dem Vorschlag zuzustimmen oder es auf ein Sachverständigen-Gutachten ankommen zu lassen. Dieses hätte aber nicht nur viel Zeit verschlungen, sondern auch eine Meng Geld gekostet. Vor allem aber wäre der Ausgang völlig ungewiss gewesen. Sind Rita Flachmanns aktuell noch einmal schlimmer gewordene Beschwerden wirklich allein auf den Vorfall vom 6. Januar 2018 zurückzuführen?

 

„Wir haben das Ding gedreht“

 

Am Ende stimmten die Geschädigte und Anwältin Sabrina Diehl zu. „Mir ist nur wichtig, dass ich jetzt endlich Recht bekommen habe“, sagte Rita Flachmann nach dem Prozess. Und ihre Anwältin ergänzte: „ Sie haben gekämpft und am Ende haben wir das Ding zusammen gedreht.“

 


 Bild vom 03.04.2019 Enkelin klagt an Warum musste sich mein Großvater so lange qualen Kanzlei Sabrina Diehl Herne Oberhausen Dortmund NRW

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Quelle: Bild - A. Wegener

Dortmund – Paul K. war das, was man einen Bilderbuch-Opa nennt. Er zog die Enkel auf Schlitten durch den Schneesturm, brachte ihnen das Radfahren bei. Seine Angehörigen hätten dem unheilbar erkrankten Großvater einen würdigeren Tod gewünscht.

"Wir mussten kämpfen, damit er endlich in Frieden sterben konnte“, sagt Madeleine H. (42). Jetzt beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft Dortmund mit Paul K.2 wochenlangem Martyrium und seinem Todesfall. Die Krankenakte: Der ehemalige Steinmetz leidet seit 2017 unter Dauer-Schmerzen. Nach einer OP Ende September 2018 gibt es Komplikationen.

Gutachter Dr. Matthias Thöns (52, „Zweitmeinung-Intensiv“): „Der Patient erlitt ein Lungenversagen mit Langzeitbeatmung. In der Folge gab es einen Luftröhrenschnitt, Dialyse, eine Magensonde und nach einer Tubusverstopfung sogar noch eine Wiederbelebung. Die Folge: Wachkoma.

Paul K.s Enkelin zu BILD: „Opa hatte keine Patientenverfügung. Doch er hat ganz klar gesagt, dass er Apparatemedizin nicht will. Statt die Maschinen abzustellen, sagte man uns, er werde irgendwann ohnehin an einer Blutvergiftung sterben. Im Krankenbett hatte er sich wundgelegen.“

Die Angehörigen versuchen, die Behandlung gerichtlich zu stoppen Doch Paul K. erlebt die Entscheidung nicht. Er stirbt am 8. März.

Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel (37): „In der Rechtsmedizin wurde der Leichnam obduziert. Die Polizei die Behandlungsunterlagen angefordert.“ Das Schicksal von Opa Paul ist kein Einzelfall.

Patientenanwältin Sabrina Diehl (37) zu BILD: „Sogar wenn eine Patientenverfügung vorliegt, müssen Angehörige oft kämpfen, um sterbenden Angehörigen unnötiges Leid zu ersparen. Einfacher hat es die Familie, wenn sie zuvor erfolgreich die Betreuung beantragt hat.“



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